Wer hätte das gedacht? Die Ärzte haben Recht behalten – der Ärztemangel ist Realität. Noch sind es die Hausärzte, denen der Nachwuchs fehlt. Aber auch in anderen Bereichen knirscht es mittlerweile.
Da mag Mancher frei nach Wilhelm Busch denken, „wat geiht mick dat aan?“

Es geht uns alle an!

Nur gemeinsam können wir die gesundheitliche Versorgung sichern. Und nur gemeinsam können wir die hilflosen Versuche der Politik unterbinden, ärztliche Kernkompetenzen auf nichtärztliche Berufsgruppen zu übertragen. Ein aktuelles Beispiel ist der Vorschlag, die Impfkompetenz auf Apotheker zu übertragen.

Die Antwort der neuen Regierung auf die Strukturprobleme heißt:

Staatliche Bevormundung in allen Belangen:

  • Vorgeschriebene Sprechstunden von 25 Stunden pro Woche
  • Vorgeschriebene Praxisorganisation mit offenen Sprechstundenzeiten
  • Vorgeschriebene Terminvermittlung, inklusive Arzt als Telefonist
  • Vorgeschriebene Notfallversorgung einschließlich geplanter Grundgesetzänderung
  • Vorgeschriebene Einführung einer Telematikinfrastruktur, die niemals sicher sein kann, wie das jüngste Beispiel der massenhaft ins Netz gestellten geheimen Daten von Politikern belegt und die zudem technisch nicht ausgereift ist: Die Banane soll beim Kunden reifen

Des „Gesundheitsministers neue Kleider“ stammen offensichtlich auch weiterhin aus der „Kleiderkammer“ von Ulla Schmidt.

Wie sieht denn die Wirklichkeit aus?

Im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern ist in keinem anderen Gesundheitssystem der Welt die Wartezeit und die Erreichbarkeit so kurz und so niederschwellig wie bei uns.

Das allumfassende Heilsversprechen der Politik überfordert nicht nur alle Strukturen des Gesundheitswesens, sondern ist auch mit den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln nicht zu bewältigen.

Wenn wir so nicht weitermachen wollen, müssen wir uns dieser Politik gemeinsam entgegenstellen.

 

Die integrierte Versorgung ist nicht gelebt worden. Es lebe die Kooperation! Haus und Fachärzte und Krankenhausärzte müssen zusammen halten. Wir sollten uns nicht spalten lassen, das schwächt dauerhaft unsere Verhandlungsposition und gefährdet dadurch unsere Freiberuflichkeit.

Kooperation ist gut für uns Kollegen, Angehörige medizinischerFachberufe und unsere Patienten. Jeder der Bereiche hat eigene Aufgaben. Aber nur zusammen ergibt es ein Ganzes zum Wohle des Patienten. Gleiche Rechte und Pflichten für alle Versorgungsstrukturen im ambulanten und stationären Bereich auch im Hinblick auf § 116b müssen eine Selbstverständlichkeit sein und dazu gehört auch die gleiche Vergütung. Unsere ärztliche Tätigkeit sollten wir durch Delegation von Aufgaben entlasten. Eine Substitution der ärztlichen Tätigkeit müssen wir vermeiden.

Ich bin gespannt, wie viele der 250.000 Euro-Landarztstudenten tatsächlich auf dem Land ankommen, mein Tipp ist 30 %! 40 Prozent lassen sich rausattestieren und bei 30 % bezahlen die Eltern einfach das Geld, das ist einfacher als ein Studienplatz in Ungarn oder Rumänien oder über eine Klage. Ich hoffe es gibt hier eine Evaluation, aber davon habe ich bisher noch nichts gehört. Bis die ersten Landärzte in der Praxis ankommen, sollte man mit den vorhandenen Ärzten pfleglich umgehen. Hinterfragen Sie Symbolpolitik und wirken Sie im ärztlichen Alltag darauf hin, den Schutzraum der Sprechstunde zu erhalten.

Die Begehrlichkeit der Politik auf unser ärztliches Versorgungswerk ist ungebrochen. Mittlerweile wird von der Deutschen Rentenversicherung Bund nicht mehr jede Tätigkeit eines Arztes als Befreiungstatbestand von der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt. Auch bei jedem Arbeitsplatzwechsel muss ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden. Auf diese Weise soll die finanzielle Solidität der Ärzteversorgung ausgehöhlt werden.

Dem können wir nur gemeinsam wirksam entgegentreten, jung und alt, Ärzte und Ärztinnen!

Die Berufsordnung der Ärztekammer Nordrhein dient der Regelung der Berufsausübung der Kammermitglieder in Nordrhein. Sie findet ihre Grundlage im Heilberufsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nach unserer Auffassung ist die Berufsordnung ein inzwischen so differenziertes Regelwerk mit solcher Ausdehnung geworden, dass sie von vielen nicht mehr gelesen und verstanden wird.

Vom Deutschen Ärztetag wird eine Muster-Berufsordnung verabschiedet, die dann auf Landesebene weitgehend umgesetzt wird. Wir haben hier sowohl auf Bundesebene durch Anträge beim Dt. Ärztetag als auch bei der Umsetzung auf Landesebene durch aktive Mitarbeit in den nordrheinischen Gremien Einfluss genommen.

Dabei geht es uns um eine positive Klarstellung unserer ärztlichen Freiberuflichkeit (kein Einfluß von Nichtärzten auf ärztlichen Entscheidungen) und die Verhinderung von unsinnigen Beschränkungen unserer ärztlichen Tätigkeit und von bürokratischen Behinderungen.

Ein von unserer Fraktion induzierter und vorangetriebener Vorstoß zu einer schlanken und nur die wesentlichen Aspekte regelnden neuen Berufsordnung scheiterte bisher am Widerstand anderer Kammern. Aber wir versuchen weiter, für eine positive Definition des freiberuflichen Arztberufes und eine schlanke Berufsordnung Mehrheiten zu finden und unsinnigen Regelungswahn zu verhindern.

Die geplante Einführung der eGK schlug ab 2006 große Wellen! Was ist davon übrig geblieben?

Ab 01.01.2014 wird nur noch die eGK herausgegeben.

Sie ersetzt die Versichertenkarte. Alle Vorhaben wie elektronisches Rezept oder elektronische Befundberichte sind aus datenschutzrechtlichen Gründen auf der Strecke geblieben.

Hat dieses Auswirkungen auf den Praxisalltag?

Nein bis jetzt nicht, die alten Karten behalten ihre Gültigkeit.

Eines ist aber ganz sicher:

Wir wollen keinen Stammdatenabgleich mit der neuen eGK für die gesetzlichen Krankenkassen durchführen.

Von diesem Dauerbrenner will eigentlich schon niemand mehr etwas hören. Aber obwohl es unendlich schwierig ist, es ist nicht unmöglich. Auch das wird uns nur gelingen, wenn wir gemeinsam handeln.

(So abgespeckt wie dieses Statement soll Bürokratie in Zukunft sein).

Der Ärztliche Notfalldienst wird auf lokaler Ebene sehr gut organisiert und ausgeführt. Trotzdem war und ist eine Reform der Notdienstordnung erforderlich, um die Dienstbelastung der am Notdienst beteiligten Kolleginnen und Kollegen zu reduzieren und gleichmäßiger zu verteilen, sowie um auf die geänderten gesetzlichen Vorgaben und verändertes Inanspruchnahmeverhalten der Bevölkerung zu reagieren.

Die Umsetzung von Änderungen im Notdienst schlägt große Wellen. Es ist nicht alleinige Aufgabe der KV den Ärztlichen Notfalldienst zu organisieren. Die Ärztekammer ist gleichberechtigter Partner laut Heilberufsgesetz und damit gemeinsam mit der KV dafür verantwortlich, wie der Notdienst organisiert wird.

Unsere Forderungen:

  • Ausgewogene und möglichst geringe Dienstbelastung aller Kolleginnen und Kollegen unter Wahrung regionaler Besonderheiten!
  • Adäquate Honorierung der Notfallversorgung durch die Krankenkassen ohne Budgetierung und ohne Finanzierung aus der KV-Gesamtvergütung!
  • Keine Erhöhung der KV-Verwaltungsgebühren oder Notdienstumlage durch Aufblähung und Bürokratisierung des Notfalldienstes!
  • Begrenzung der Zahl der Notdienstpraxen und des Fahrdienstes bei der Notfallversorgung auf das für eine ausreichende Versorgung notwendige Maß!

Jede Organspende ist eine großmütiger Akt gegenüber der Allgemeinheit und grundsätzlich zu befürworten. Die Widerspruchslösung trägt vielerlei neue Konflikte in den Alltag vieler Menschen. Wie wird in Zukunft die ausdrückliche Ablehnung der Organspendebereitschaft in einem Register verwertet? Es steht zu befürchen, dass die eigene Ablehnung zur Organspende, einen potentiell Organbedürftigen weiter nach hinten auf der Empfängerliste rutschen lassen könnte. Wäre es derzeit nicht besser, ein privates Widerspruchsdokument einer Vertrauensperson zu überlassen? Eine zweckfremden Verwertung seines öffentlichen Widerspruchs zur Organentnahme, im Fall einer eigenen Organbedürftikeit, ist nicht ausgeschlossen. Notwendig wäre die Aufklärung der Bürger, damit sie keinen unbedachten Gebrauch von dem "Widerspruchsregister" machen, sondern ggf. einen Zusatz zur Patientenverfügung vornehmen. Dies verringert Risiken und Nebenwirkungen und erhöht die Wirksamkeit der Patientenverfügung. Die Zahlung einer Beratungsprämie, wie im Ärztblatt (Heft14 2019, S. A668) angekündigt, halte ich für äußerst bedenklich. Hier fließt Geld, damit Ärzte zu Handlungen zu motiveren, welche möglicherweise später die informationelle Unversehrtheit ihrer Patienten beschädigen. Die Motivation zu redlichem Handeln wird durch finanzielle Anreize nicht weiter erhöht. Dies ist eine verhaltensökonomische Binsenweisheit. Schützen Sie Ihre Patienten und schützen Sie sich als Arzt!

T-Aktie an der Börse, Bill Clinton wiedergewählt, 25 Jahre „Sendung mit der Maus“ Mittlerweile alles Geschichte – außer der GOÄ.

Wir schlagen uns immer noch mit der Struktur und den Dotierungen von vor! 1996 herum. Eine „Verschlimmbesserung“ ist in Aussicht. Die Vorstellungen der Ärzteschaft stoßen nicht nur auf heftigen Widerstand des PKV-Verbandes sondern auch der Politik, die mit den Beihilfestellen der „größte Kunde“ ist. Wie das gut gehen soll und eine angemessene Honorierung sichergestellt wird, wir werden sehen, bzw. in die Röhre schauen, wenn wir weiterhin uneinig bleiben.

Wirtschaft-Staat-Zivilgesellschaft

Vor diesem Dreiklang erschließt sich das Loblied des Marc Zuckerberg auf die DSGVO völlig zwanglos. Zuckerberg flüchtet vor der aufgebrachten Zivilgesellschaft in die Arme, des hier hilflosen Staats. Mit diesem Schulterschluß beruhigt er die orientierunglosen Institutionen und bestärkt sie darin, am technologisch schützbaren Datengeheimnis festzuhalten. Administration und Politik sollen glauben, die Lösung bestünde in der Verlangsamung und in der Marginalisierung des gesellschaftlichen Diskurses, wie in Zukunft mit Gesundheitsdaten umzugehen sei. Die Wirtschaft hegt wieder einmal die Hoffnung, die institutionelle Trägheit des Staates sei größer als die Selbsterneuerungskraft unserer Zivilgesellschaft.

Werden Sie aktiv!

Erhalten Sie die Wahlmöglichkeit in der Zukunft und wählen Sie jetzt!

Frauen in der Ärztekammer! Die Medizin ist weiblich! Auch in Nordrhein?

Der Anteil der Frauen in der Medizin steigt. Bis zu 69 % der Studierenden sind weiblich im Fach Humanmedizin, der Anteil der berufstätigen Ärztinnen liegt bei 45%.

Wo erscheint der hohe Frauenanteil  in den Selbstverwaltungsorganen?

Warum sind wir mit nur 19 Ärztinnen in der Kammerversammlung Nordrhein bei 121 Mitgliedern vertreten.

Liegt es an uns selbst oder an der männlichen Dominanz in den Führungspositionen? Brauchen wir eine Frauenquote?

Läßt sich der Frauenanteil nicht auch anders erhöhen?

Zum Beispiel mit einer paritätischen Besetzung der Wahllisten, Kammerversammlung, Ausschüsse und unserer Präsidentschaft?

Immer ein Mann und eine Frau?

Was würde sich dadurch ändern? Wir würden pragmatischer, zielstrebiger und mit kürzeren Wegen Kammerpolitik machen.

In Organisation von Haushalt, Kinder und Beruf sind Frauen unschlagbar und deshalb die geborenen Managerinnen schlechthin.

Wir müssen das Management der Ärztekammer nur noch in unseren Alltag integrieren. Frauen delegiert euren Alltag und macht Kammerpolitik! Weg mit den Zweifeln an der eigenen Kompetenz zur Mitgestaltung der Ärztekammer!

Frau Ingeborg Retzlaff war 1983 die erste Präsidentin der Ärztekammer in Schleswig Holstein.

Mit Frau Dr. med. Martina Wenker, Ärztekammer Niedersachsen, Frau Dr. med. Simone Heinemann-Meerz, Sachsenanhalt und Frau Dr. med. Heidrun Gitter, Bremen und Ellen Ludershausen, Thüringen gibt es auch aktuell Kammerpräsidentinnen.

 

Schon immer bestand Einigkeit unter Ärzten, dass eine berufsbegleitende Fortbildung nötig ist. 2004 wurde gegen den Widerstand der Ärzte von der Politik der obligate Fortbildungsnachweis eingeführt, der im Vertragsarztbereich bei Missachtung zu drastischen Sanktionen bis zum Zulassungsentzug führt.

Letztlich gelang es uns aber,

  1. weitgehend zu verhindern, dass weitere Nachweise entsprechend einem „continous professional development“ obligat gefordert werden.
  2. die Festlegung der Kriterien und die Zuständigkeit der Prüfung des Fortbildungsnachweises (weitgehend) in ärztlicher Hand zu behalten und nicht z.B. im Ministerium anzusiedeln.
  3. unter Ausnutzen der verbliebenen Möglichkeiten die Erbringung der Fortbildungsnachweise für die Kollegen praktikabel und relativ einfach zu gestalten, sodass der Nachweis meist mit dem bisherigen Besuch von Fortbildungen gelingen müsste eventuell ergänzt durch Online/Zeitschriften-Fortbildungen.

Unsere Fraktion hat das Thema aktiv begleitet. Wir setzten hier Akzente zu verschiedenen Aspekten u. a. durch Anträge bei nordrheinischen Kammerversammlungen und Dt. Ärztetagen u.a.

  • bundesweite Vereinheitlichung der Bepunktung und Formalien mit dem Ziel der Vereinfachung und des Bürokratieabbaus
  • Anerkennung von gesponsorten Veranstaltungen, wenn diese ohne Einfluss auf den Inhalt sind (dies sollte von der Politik zunächst verboten werden)
  • Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften und Berufsverbänden zur Verbesserung der Qualität und des Angebotes und zur Senkung der Kosten für die Kammer
  • Aufhebung der Punktzahlobergrenzen in den einzelnen Kategorien und dadurch Erleichterung der Erlangung von Punkten
  • gleiche Fortbildungsnachweise für Niedergelassene bei der KV und für Kliniker über das Krankenhaus
  • durch das elektronische Fortbildungskonto für die Ärzte Vereinfachung der Erlangung des Fortbildungszertifikates (viele brauchen keine Papier-Teilnahmebescheinigungen mehr bei der Ärztekammer einzureichen) und für die Kammer eine Personaleinsparung, was sich positiv auf den Kammerbeitrag auswirkt

In einer Umfrage unter kalifornischen Fischern stellte sich heraus, dass das Umweltbewusstsein entgegen allen Erwartungen, nicht bei den jungen, sondern bei den alten Fischern besonders ausgeprägt war.

Weshalb?

Die Alten kannten noch den Fischreichtum, die Artenvielfalt und vor allem die Schönheit ihres Berufes aus der Zeit vor der Industrialisierung des Fischfanges.

Das bestätigt die Binsenweisheit, was man nicht kennt, vermisst man nicht.

Liebe junge Kolleginnen und Kollegen, damit es Ihnen nicht ergeht wie den jungen Fischern in Kalifornien haben Sie nur die Wahl zwischen Mut zum Risiko und Berufsfreiheit auf der einen Seite oder leidliche soziale Absicherung und berufliche Gängelung auf der anderen Seite.

Kämpfen Sie um Ihre berufliche Freiheit und Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Auch wenn Sie diese bisher nicht kennen gelernt haben, Sie werden sie einst nicht mehr missen wollen.

Kämpfen Sie um Ihre Freiheit, weil Sie nur so den Menschen, die sich Ihnen anvertrauen werden, die individuell beste Behandlung angedeihen lassen können.

 

             Das Ärztebündnis -

   gemeinsam Zukunft gestalten